Identitätskrise in der Stadt Wien : 1.04.09
Seit langer Zeit leide ich an einer persönlichen Identitätskrise, die durch meine Erfahrungen in der Wiener Kultur nur verschlechtert wird. Natürlich gibt es Personen mit rassistischen Meinungen in den USA und überall, aber ich glaube, dass so ein Rassismus nicht so umfassend und gesellschaftsfähig wie in Wien ist. Es kann sein , dass Wien eine typische konservative Stadt ist. Die Gründe, warum Bürger Angst von und Frustration über den Asylmissbrauch und Kriminalität von Ausländern sind zahlreich. Während schweren Zeiten, insbesondere jetzt mit der Finanzkrise, gibt es verstärkt nationale Tendenz und die Suche nach den Quellen und einem Auswege oder Lösung des Problems. Das verstehe ich wohl – aber was ich nicht für vorstellbar halten kann: Wie bleibt die Stadt Wien eine der interkulturellen u. internationalen Städte Europas? War für eine Einstellung habe die meisten Wiener den internationalen Status ihrer Heimat betreffend? Wenn Ausländer Studenten, Arbeiter, Geschäftsleute, usw. ihre Erfahrungen mit den Bürgen austauschen würden, würden die Bürger vielleicht zuhören und versuchen, eine andere Botschaft an die Welt zu senden?
Ende Januar habe ich eine Amerikanerin zufällig in der Straßenbahn getroffen. (Sie ist Fulbright-Lehrerin in einem Gymnasium in Wien) Das Wetter war schlecht und kalt, und sie ist schnell zur Straßenbahn gelaufen, und ich habe den Knopf für sie gedrückt. Sie war sehr bedankbar, und später, als wir uns einmal im Cafe getroffen haben, hat sie behauptet: „Wenn du eine Wienerin wäre, wäre das eine große Überraschung, die Türe geöffnet zu bekommen“ d.h. in einfachen Worten: „Niemand würde den Knopf drücken, sie würden einfach dastehen und nichts machen.“
Natürlich gilt so eine Vorrausetzung nicht, aber leider sagt sie viel über das Gefühl, das uns auffällig kommt.
Ich habe kürzlich erkannt, dass ich einen zusätzlichen Vorteil als Afroamerikanerin in Wien habe: ich kann eine vollständige Beobachtung und Eindrücken der Stadt machen.
o Ich habe gehört, dass Schwarzafrikaner als Drogenhändler angesehen werden.
- Ich habe auch echte Überraschung bei Bürgen erlebt, als sie Folgendes herausgefunden haben
o ich kann fast einwandfrei Deutsch sprechen,
o ich komme aus den USA aber weiß viel über/habe ein starkes Interesse an Europa.
o ich möchte eine sehr hohe Schulausbildung bekommen – Stadtentwicklung, Architektur inb. umweltfreundliche Bautechnik, usw.)
o ich versuche, nett, sympathisch, u. hilfsbereit zu sein (ich grüße kleine Kinder in der Straße/halte die Türen offen, wenn eine Person mit schweren Sachen oder einen Kinderwagen durchgeht. Ich schlage meinen Freunden vor, dass sie nicht so viel Lärm in Öffentlichkeit machen sollen)
Es ist eine Vorteil, wiel ich das Elend der Ausländer und die kulturelle Verzweiflung der Minderheiten fühlen und verstehen kann; dabei sind die Vorurteile gegen Amerikaner nicht so stark, also kann ich täglich kleine kulturelle Prüfungen machen und die Reaktionen den Leuten beobachten, wenn ich XYZ mache oder nicht, damit ich irgendeine Veränderung herbeiführen kann.
„Der einzige Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ist die Sprache.“ Dieses Zitat habe ich in vielen Variationen gehört, aber ich finde es interessant, dass die Deutschen und Österreicher sich gegenseitig wegen ähnlicher Sachen anklagen: Arroganz, Dialekte, und Politik sind oft unter der Lupe.
Ich muss aber den Wienern für ihre sinnvolle und einzigartige Stadtentwicklung Anerkennung zollen. Niemals habe ich von einer Stadt mit so vielen verschiedenen Bezirken gehört.
Natürlich gibt es diese Nachbarschaft und jenes Viertel, aber dass sie eine bestimmte „Kultur“ und Lebensstil schaffen – das ist etwas Neues.
In St. Louis können fast jede Viertel ihre Zeit haben; ob sie ´gut´ oder ´schlecht´ sind hängt immer von den Leuten ab, die ihren Wohnort dort haben. Wenn viele Personen wegen eines bestimmten Problems wegziehen, ist „die Zeit sozusagen vorbei.“ So ein Prozess dauert etwas 10 bis 20 Jahre, es geht um den Anstieg der Lebensqualität oder den Untergang eines Lebensstils. Als ich ein Kind war, wohnte ich in ein ziemlich schlechtes und gefährliches Viertel in der Nähe des Stadtzentrums, das sogenannte Normandy oder North Country Viertel. Ich zog mit 12 Jahre nach Kirkwood um, mit der Hilfe eines Stipendiums. Man sah mich überraschend aus, wenn sie wusste, aus welchem Viertel ich kam und in welchem Viertel ich meine Ausbildung abschloss und wo genau ich die Universität besuchte. Wo man wohnt sagt viel über dem Status der Familie und des Bildungssystems. In welchen Wiener Bezirken hat dieser Prozess schon stattgefunden. Woher kommt die spezifische Kultur in jedem Bezirk?

Sehr ausfuehrlich, mit hohem Stil, und interessant geschrieben, Brijhette. Es tut aber sehr leid, dass Sie die Vorurteile gemerkt haben. Wien ist konservativ, wie Sie richtig schrieben, und die Gesellschaft noch etwas steifer im Benehmen als hier. Doch lernen Sie mit allen Situationen umzugehen.
ReplyDeleteWir haben einen Afro=Deutschen Studenten hier in Webster St. Louis, ich kann sie vorstellen
Paula